Teaching
I have taught for about ten years at the universities of Zurich, Geneva, Basel and Heidelberg at BA and MA level: corpus linguistics and corpus pragmatics, discourse, media and cultural linguistics, semantics and pragmatics, modern language history, academic writing.
In my courses, students work close to the sources and go through a small research cycle of their own, from question to presentation of results. I do not treat methods as neutral: whoever understands a procedure knows which findings are due to the object and which to the tool. This applies to corpus tools as much as to generative AI.
With Noah Bubenhofer I have designed and coordinated the summer school Zürcher Korpuslinguistik und Korpuspragmatik (ZuKoKo) since 2021. I also give regular training courses for teachers, mainly on the Matura thesis and on writing with AI, and have co-developed several digital learning environments, among them KoDuP, an introduction to corpus analysis with Python for students of German.
Course titles below are given in the language of instruction.
Courses taught
Courses marked with an arrow expand to show the topic and key readings.
Universität Zürich, Deutsches Seminar
- FS 2027 Akademische Textkompetenzen in Zeiten von LLMs (mit Elisabeth Zima) (Seminar)
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HS 2026
Linguistik und Posthumanismus (MA-Seminar)
Posthumanistische Ansätze stellen zentrale Prämissen der Sprachwissenschaft infrage. Sie lösen Sprache aus der Vorstellung eines primär kognitiven, im Individuum lokalisierten Systems und begreifen sprachliches Handeln als relationales, materiell und medial eingebettetes Geschehen, das über Menschen, Körper, Artefakte, Technologien und Räume verteilt ist. Das Seminar führt in posthumanistische Perspektiven auf Sprache und Kommunikation ein, diskutiert Konzepte wie distributed cognition, spatial repertoires, languaging und semiotic assemblages und erprobt in einer Vertiefungsphase ihr analytisches Potenzial an exemplarischen Phänomenen. Gastvorträge von Miriam Lind (Frankfurt/Oder) und Britta Schneider (Wien).
Key readings
- Barad, Karen (2003): Posthumanist Performativity: Toward an Understanding of How Matter Comes to Matter. Signs 28(3), 801–831.
- Haraway, Donna (1991): A Cyborg Manifesto. In: Simians, Cyborgs, and Women. New York: Routledge, 149–181.
- Pennycook, Alastair (2018): Posthumanist Applied Linguistics. Applied Linguistics 39(4), 445–461.
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HS 2025
Historische Pragmatik (MA-Seminar)
Formen und Funktionen sprachlichen Handelns in deutschsprachigen Quellen vom 17. bis zum 21. Jahrhundert. Anhand von Briefen, Predigten, Prozessakten, Ratgebern und Theaterstücken analysieren wir Sprechakte, Höflichkeitsstrategien und diskursive Muster und fragen, wie sich kommunikative Praktiken historisch verändert haben. Methodologisch geht es darum, wie Mündlichkeit in schriftlichen Quellen rekonstruierbar ist, welche Herausforderungen historische Daten stellen und was grosse Sprachmodelle bei der Quellenanalyse leisten.
Key readings
- Jucker, Andreas H. (2018): Historische Pragmatik. In: Liedtke, Frank / Tuchen, Astrid (Hg.): Handbuch Pragmatik. Stuttgart: Metzler, 132–139.
- Linke, Angelika (2021): Musterwandel als Indikator für soziokulturellen Wandel. Grussformeln vom 17. zum 21. Jahrhundert. In: Weidner et al. (Hg.): Verfestigungen in der Interaktion. Berlin/Boston: De Gruyter, 131–157.
- Schröter, Juliane (2016): Abschied nehmen. Veränderungen einer kommunikativen Kultur im 19. und 20. Jahrhundert. Berlin/Boston: De Gruyter.
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FS 2025
Einführung Germanistische Linguistik B (Einführungskurs BA)
Das Modul verbindet eine Vorlesung zu den Paradigmen der Linguistik und zum Neuhochdeutschen, eine digitale Selbstlerneinheit mit den Grundbegriffen von Semantik, Pragmatik, Gesprächs-, Text- und Soziolinguistik sowie ein Begleitseminar. Im Seminar vertiefen und diskutieren wir die Inhalte an Studien und Quellen und üben linguistische Arbeitsweisen: Lesetechniken, Quellenkritik, Transkribieren, Analysemethoden. Das Modul habe ich zusammen mit Noah Bubenhofer neu konzipiert.
Key readings
- Hausendorf, Heiko / Kesselheim, Wolfgang (2008): Textlinguistik fürs Examen. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 21–37.
- Janich, Nina (2008): Konversationsmaximen bei Bahndurchsagen. In: Crijns, Rogier / Thalheim, Janine (Hg.): Kooperation und Effizienz in der Unternehmenskommunikation. Wiesbaden: DUV, 85–102.
- Keim, Inken (2012): Zweisprachige Kommunikationspraktiken: Code-switching und Code-mixing. In: Mehrsprachige Lebenswelten. Tübingen: Narr, 144–175.
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HS 2024
Züri brännt: die 1980er-Jugendunruhen aus kommunikationsgeschichtlicher Perspektive (MA-Seminar)
Ende Mai 1980 protestierten mehrere hundert Jugendliche vor dem Zürcher Opernhaus gegen die städtische Kulturpolitik; es folgten die Opernhauskrawalle und eine Bewegung, die sich über Demonstrationen, Graffiti, Comics, Videokunst und Flugblätter artikulierte. Das Seminar nähert sich diesem Quellenmaterial kommunikationsgeschichtlich: Ein erster Block erarbeitet Praxistheorie, Protestkommunikation und Multimodalität, ein zweiter erschliesst Bestände des Schweizerischen Sozialarchivs. Die Ergebnisse flossen in eine interaktive Stadtkarte ein.
Key readings
- Scharloth, Joachim (2011): 1968. Eine Kommunikationsgeschichte. München: Fink.
- Linke, Angelika (2014): Kommunikationsgeschichte. In: Ágel, Vilmos / Gardt, Andreas (Hg.): Paradigmen der aktuellen Sprachgeschichtsforschung. Berlin/Boston: De Gruyter, 22–45.
- Deppermann, Arnulf / Feilke, Helmuth / Linke, Angelika (2016): Sprachliche und kommunikative Praktiken: eine Annäherung aus linguistischer Sicht. In: dies. (Hg.): Sprachliche und kommunikative Praktiken. Berlin: De Gruyter, 1–24.
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FS 2024
Kulturanalytische Linguistik (BA-Seminar)
Ausgangspunkt ist die Prämisse, dass Kultur und Gesellschaft ohne Sprache und Kommunikation nicht denkbar sind. Im Zentrum steht die Interdependenz von Sprache und Kultur: Über die Analyse kommunikativer Praktiken sollen Einsichten in kulturelle Besonderheiten und Veränderungen gewonnen werden, etwa an musterhaftem Sprachgebrauch von der Kompositabildung bis zur Textsorte, an kommunikativen Gattungen, Personenbezeichnungen und Alltagserzählungen. Ein erster Block entwickelt einen kommunikationstheoretisch fundierten Sprachbegriff (Praktiken, Dialogizität, Perspektivität) und einen methodischen Zugang über Form, Funktion und Musterhaftigkeit; ein zweiter diskutiert anhand von Beispielstudien und Gastvorträgen Identität und Beziehungskonstitution sowie Medialität und Digitalität. Abschluss mit Fallanalysen in Gruppen.
Key readings
- Günthner, Susanne / Linke, Angelika (2006): Linguistik und Kulturanalyse – Ansichten eines symbiotischen Verhältnisses. Zeitschrift für Germanistische Linguistik 34(1/2), 1–27.
- Schröter, Juliane / Tienken, Susanne / Ilg, Yvonne (2019): Linguistische Kulturanalyse. Eine Einführung. In: dies. et al. (Hg.): Linguistische Kulturanalyse. Berlin/Boston: De Gruyter, 1–27.
- Linke, Angelika (2016): Einführung: Kommunikation und Kulturalität. In: Jäger, Ludwig et al. (Hg.): Sprache – Kultur – Kommunikation. Berlin/Boston: De Gruyter, 351–368.
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HS 2023
Sexualität(en) im Wandel: lexikalisch-semantische Perspektiven (Proseminar)
Wie über sexuelles Begehren, sexuelle Praktiken und Sexualpartner:innen gesprochen wird und wie Sexualorgane bezeichnet werden, ist historisch gebunden und unterliegt dem Wandel. Das Seminar nähert sich diesem Wandel vom 19. bis ins 21. Jahrhundert aus der Perspektive der historischen Semantik und Lexikologie. Ein erster Block erarbeitet den historisch-theoretischen Kontext (Sexualitätsgeschichte, Tabuisierung und Scham), ein zweiter die Werkzeuge der historischen Semantik, ein dritter wendet sie auf Ratgeber, Aufklärungstexte und Zeitschriften an. Die Studierenden realisieren ein eigenes kleines Forschungsprojekt und stellen es an einem Posterworkshop vor. Gastvorträge von Tony McEnery (Lancaster) und Crispin Thurlow (Bern).
Key readings
- Crespo-Fernández, Eliecer (2018): Taboos in speaking of sex and sexuality. In: Allan, Keith (Hg.): The Oxford Handbook of Taboo Words and Language. Oxford University Press, 40–60.
- Eder, Franz X. (2009): Kultur der Begierde: eine Geschichte der Sexualität. 2. Aufl. München: C.H. Beck, 9–28.
- Foucault, Michel (1986): Sexualität und Wahrheit. Der Wille zum Wissen. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 11–66.
- FS 2023 Einführung Germanistische Linguistik B (Einführungskurs BA)
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HS 2022
Sexualität(en) im Wandel: lexikalisch-semantische Perspektiven (Proseminar)
Erste Durchführung des Proseminars, hier mit kulturlinguistischem Schwerpunkt: Nach einem Block zu historischem und theoretischem Kontext führen Kleingruppen eigene Quellenanalysen durch (Ratgeber, Zeitschriften, Wörterbücher) und präsentieren sie als Poster an einem Abschlussworkshop. Mit einem Workshop der Kulturwissenschaftlerin Sarah Scheidmantel zur Entdeckung des Sexuellen um 1900.
Key readings
- Linke, Angelika (2018): Kulturhistorische Linguistik. In: Deppermann, Arnulf / Reineke, Silke (Hg.): Sprache im kommunikativen, interaktiven und kulturellen Kontext. Berlin/Boston: De Gruyter, 347–383.
- Crespo-Fernández, Eliecer (2018): Taboos in speaking of sex and sexuality. In: Allan, Keith (Hg.): The Oxford Handbook of Taboo Words and Language. Oxford University Press, 40–60.
- Köhnlein, Stephan (2001): Linguistische Ansätze zur Beschreibung und Erklärung des Phänomens «Sexuelles Sprachtabu». In: Hoberg, Rudolf (Hg.): Sprache – Erotik – Sexualität. Berlin: Erich Schmidt, 82–99.
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FS 2022
Visuelle Linguistik: Sprache digital explorieren (Konzept, Co-Teaching mit Noah Bubenhofer) (MA-Seminar)
Wissen über Sprache und Kommunikation wird nicht nur schriftlich vermittelt und konstruiert, sondern massgeblich auch über Bilder, Grafiken, Diagramme, 3D-Modellierungen, Virtual und Augmented Reality. Wer kulturlinguistisch arbeitet, muss das Zusammenspiel dieser Codes ernst nehmen. Das Seminar legt sprach- und zeichentheoretische Grundlagen für eine visuelle Linguistik, diskutiert Multimodalität, Transsemiotizität und Diagrammatik und analysiert in Gruppenarbeiten einzelne Visualisierungsformen.
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FS 2021
Spanische Grippe, AIDS, Corona: diskurslinguistische Perspektiven (BA-Seminar)
Geschlossene Schulen, Versammlungsverbote, Abstandhalten: Was nach COVID-19 klingt, gehörte schon zum Massnahmenkatalog gegen die Spanische Grippe. Wissen über Krankheiten wird kommunikativ verhandelt und schlägt sich in Pressetexten und Präventionsmaterialien nieder, denen sich das Seminar diskurslinguistisch nähert. Nach einem theoretisch-methodologischen Block (Foucault, Busse/Teubert, Spitzmüller/Warnke) analysieren Projektgruppen Medientexte und Präventionsmaterial zu den drei Infektionskrankheiten, mit Archivbesuchen, Videobeiträgen und einem Abschlussworkshop mit Gästen.
Key readings
- Foucault, Michel (2014 [1974]): Die Ordnung des Diskurses. Frankfurt a. M.: Fischer, 7–49.
- Busse, Dietrich / Teubert, Wolfgang (1994): Ist Diskurs ein sprachwissenschaftliches Objekt? In: Busse, Dietrich / Hermanns, Fritz / Teubert, Wolfgang (Hg.): Begriffsgeschichte und Diskursgeschichte. Opladen: Westdeutscher Verlag, 10–28.
- Gardt, Andreas (2007): Diskursanalyse – Aktueller theoretischer Ort und methodische Möglichkeiten. In: Warnke, Ingo H. (Hg.): Diskurslinguistik nach Foucault. Berlin/New York: De Gruyter, 27–52.
- FS 2021 Einführung in die Sprachwissenschaft des Deutschen: Neuere Sprachgeschichte (Proseminar)
- FS 2020 Einführung in die Sprachwissenschaft des Deutschen: Neuere Sprachgeschichte (Proseminar)
- FS 2020 Einführung in die Sprachwissenschaft des Deutschen: Synchrone Linguistik (Proseminar)
- HS 2017–2019 Basismodul Linguistik diachron: Neuere Sprachgeschichte (Proseminar)
Université de Genève, Département de langue et de littérature allemandes
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FS 2026
Textkommunikation (Seminar)
Was macht einen Text aus? Welche Hinweise decodieren wir in der Lektüresituation, um etwas als «lesbares Etwas» wahrzunehmen, und wie sind Texte mit anderen Texten und mit der Welt vernetzt? Das Seminar nähert sich dem Text aus pragmatischer Richtung: Ein erster Teil diskutiert Textualität und Textualitätshinweise, ein zweiter vertieft das an Textfamilien und Textsorten aus Alltag, Schule und Politik, ein dritter erweitert die Perspektive auf digitale und multimodale Texte.
Key readings
- Hausendorf, Heiko / Kesselheim, Wolfgang / Kato, Hiloko / Breitholz, Martina (2017): Textkommunikation. Ein textlinguistischer Neuansatz zur Theorie und Empirie der Kommunikation mit und durch Schrift. Berlin/Boston: De Gruyter.
- Hausendorf, Heiko / Kesselheim, Wolfgang (2008): Textlinguistik fürs Examen. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
- Fix, Ulla (2019): Text und Textlinguistik. In: Janich, Nina (Hg.): Textlinguistik. 15 Einführungen und eine Diskussion. 2. Aufl. Tübingen: Narr, 15–34.
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FS 2026
Diskurslinguistik (Vorlesung)
Die Diskurslinguistik untersucht sprachliche Strukturen, Muster und Praktiken, die über einzelne Sätze und Texte hinausreichen: wie gesellschaftlich geteiltes Wissen, Deutungsmuster und soziale Wirklichkeiten sprachlich konstruiert und reproduziert werden. Die Vorlesung stellt theoretische und methodische Zugänge vor, von der qualitativen Analyse bis zu korpuslinguistischen Verfahren, und wendet sie auf Diskurse zu HIV/AIDS, Queerness, Klima, Migration und Künstlicher Intelligenz an.
Key readings
- Spitzmüller, Jürgen / Warnke, Ingo H. (2011): Diskurslinguistik. Eine Einführung in Theorien und Methoden der transtextuellen Sprachanalyse. Berlin/Boston: De Gruyter.
- Linke, Angelika / Schröter, Juliane (2018): Diskurslinguistik und Transsemiotizität. In: Warnke, Ingo H. (Hg.): Handbuch Diskurs. Berlin/Boston: De Gruyter, 449–469.
- Gardt, Andreas (2007): Diskursanalyse – Aktueller theoretischer Ort und methodische Möglichkeiten. In: Warnke, Ingo H. (Hg.): Diskurslinguistik nach Foucault. Berlin/New York: De Gruyter, 27–52.
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HS 2025
Deutsche Sprachgeschichte (Vorlesung mit Übung)
Überblick über die Entwicklung der deutschen Sprache von den Anfängen bis ins 21. Jahrhundert mit Schwerpunkt auf dem Neuhochdeutschen. Neben Laut-, Wortschatz- und Grammatikwandel stehen kultur- und mediengeschichtliche Fragen im Zentrum: Wie hängen gesellschaftliche Umbrüche, neue Medien und Sprachgebrauch zusammen, welche Rolle spielen Normierung, Standardisierung und Sprachreflexion? Fallstudien zur Herausbildung der Schriftsprache, zum Sprachwandel im 19. und 20. Jahrhundert und zu aktuellen digitalen Entwicklungen.
Key readings
- Ernst, Peter (2021): Deutsche Sprachgeschichte. 3. Aufl. Wien: Facultas.
- Riecke, Jörg (2016): Geschichte der deutschen Sprache. Eine Einführung. Stuttgart: Reclam.
- Linke, Angelika (1996): Sprachkultur und Bürgertum. Zur Mentalitätsgeschichte des 19. Jahrhunderts. Stuttgart: Metzler.
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HS 2025
Helfende Interaktion (Seminar)
Helfen ist eine soziale und kommunikative Praxis, die in unterschiedlichsten Bereichen eine Rolle spielt. Das Seminar untersucht aus interaktionslinguistischer Perspektive, wie helfende Interaktionen sprachlich, medial und sozial ausgestaltet werden, in Face-to-Face-Situationen wie in digital-schriftlichen Formaten. Themen sind Machtasymmetrien, Beziehungsgestaltung und Rollenverteilung zwischen Hilfegebenden und Hilfesuchenden; analysiert werden Gespräche, Onlineforen und Briefkolumnen.
Key readings
- Pick, Ina / Scarvaglieri, Claudio (2019): Helfendes Handeln. Zur Konzeptualisierung einer linguistischen Beratungsforschung.
- Imo, Wolfgang / Lanwer, Jens Philipp (2019): Interaktionale Linguistik. Eine Einführung. Stuttgart: Metzler.
- Meer, Dorothee / Pick, Ina (2019): Einführung in die Angewandte Linguistik. Gespräche, Texte, Medienformate analysieren. Stuttgart: Metzler.
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FS 2025
Let’s talk about sex: linguistische Perspektiven auf einen tabuisierten Gegenstand (Seminar)
Wie wird über sexuelles Begehren und sexuelle Praktiken gesprochen, wie wird sexuelle Identität sprachlich konstruiert, und wie hat sich das verändert? Einführend fragen wir, was Sex und Sexualitäten sind, was sie mit Tabus zu tun haben und welche Rolle Sprache dabei spielt. Anhand von Studien nähern wir uns dem Gegenstand aus historischer Semantik und Interaktionslinguistik; im dritten Teil führen die Studierenden in Gruppen eigene kleine Forschungsprojekte durch.
Key readings
- Eder, Franz X. (2009): Kultur der Begierde: eine Geschichte der Sexualität. 2. Aufl. München: C.H. Beck, 9–28.
- Foucault, Michel (1986): Sexualität und Wahrheit. Der Wille zum Wissen. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
- Crespo-Fernández, Eliecer (2018): Taboos in speaking of sex and sexuality. In: Allan, Keith (Hg.): The Oxford Handbook of Taboo Words and Language. Oxford University Press, 40–60.
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FS 2025
Digitale Schreibkulturen (Seminar)
Die digitale Transformation verändert das Schreiben als kulturelle Praxis tiefgreifend: durch generative KI, die Schreiben in vielen Bereichen abnehmen kann, ebenso wie durch multimodale Textsorten wie TikTok-Videos und interaktive Praktiken wie das Kommentieren in Social Media. Das Seminar untersucht digitales Schreiben als kulturelle Praxis, Schreibprozesse wie Schreibprodukte, und verbindet Soziolinguistik, Medienlinguistik und Schreibforschung. Es ist an mein laufendes Forschungsprojekt angebunden und regt zu eigener Forschung an.
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HS 2024
Protestkommunikation gestern und heute (Seminar)
Protestieren ist in demokratischen Gesellschaften eine zentrale kommunikative und soziale Praxis. Das Seminar nähert sich ihr semiotisch-pragmatisch: Nach einem theoretischen Fundament zu Praxis, Materialität und Medialität untersuchen wir Generalstreik, 1968, die Zürcher Jugendunruhen 1980, die LGBTQIA+-Bewegung und die Klimastreiks und fragen nach den Medien und sprachlich-kommunikativen Mustern, die Protest nicht nur ausdrücken, sondern überhaupt erst hervorbringen.
Key readings
- Dang-Anh, Mark / Meer, Dorothee / Wyss, Eva Lia (Hg.) (2022): Protest, Protestieren, Protestkommunikation. Berlin/Boston: De Gruyter.
- Fahlenbrach, Kathrin / Klimke, Martin / Scharloth, Joachim (Hg.) (2016): Protest Cultures: A Companion. New York: Berghahn.
- Scharloth, Joachim (2011): 1968. Eine Kommunikationsgeschichte. München: Fink.
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HS 2024
Korpuslinguistik (Vorlesung mit Übung)
Die empirische Arbeit mit grossen Textsammlungen ist aus der Sprachwissenschaft nicht mehr wegzudenken. Die Vorlesung führt in Grundlagen und Anwendungen der Korpuslinguistik ein, von Frequenz-, Kollokations-, Keyness- und Dispersionsanalysen bis zu ihrem Einsatz in Grammatik, Semantik, Pragmatik und Diskurslinguistik. Vorgestellt werden Ressourcen wie das Deutsche Referenzkorpus (DeReKo), das DWDS und die Corpus Workbench; im Übungsteil werden sie ausprobiert und eigene Analysen durchgeführt.
Key readings
- Perkuhn, Rainer / Keibel, Holger / Kupietz, Marc (2012): Korpuslinguistik. Paderborn: Fink.
- Gessinger, Joachim / Redder, Angelika / Schmitz, Ulrich (Hg.) (2018): Korpuslinguistik (= OBST 92). Duisburg: Universitätsverlag Rhein-Ruhr.
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FS 2024
Fakten aus linguistischer Sicht (Vorlesung)
Was sind (keine) Fakten, und was gilt aus welchen Gründen (nicht) als Faktum? Die Vorlesung stellt die Antworten der Linguistik vor, im Rahmen von Konstruktivismus und Diskursanalyse. Ein erster Block diskutiert Grundbegriffe wie Wahrheit, Wirklichkeit, Daten, Fakten und Wissen, ein zweiter epistemische Modalitäten und Muster der Wissens- und Nichtwissenskommunikation, ein dritter Verschwörungstheorien, das «Postfaktische» und «alternative Fakten» in aktuellen und historischen Diskursen.
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FS 2024
Angewandte Linguistik (Seminar)
Linguistik muss nicht abstrakt sein: Mit ihr lassen sich praktische Probleme in Sprache und Kommunikation beschreiben, erklären und lösen. Einführende Sitzungen stellen Felder wie Sprache und Medizin, Coaching, Corporate Communications, Wissenschaftskommunikation und Leichte Sprache vor. Im zweiten Teil bearbeiten die Studierenden Szenarien, die nach linguistischer Beratung verlangen: Problem identifizieren, wissenschaftlich fundierte Lösung entwickeln.
Key readings
- Knapp, Karlfried et al. (Hg.) (2011): Angewandte Linguistik. Ein Lehrbuch. 3. Aufl. Tübingen: Francke.
- Meer, Dorothee / Pick, Ina (2019): Einführung in die Angewandte Linguistik. Gespräche, Texte, Medienformate analysieren. Stuttgart: Metzler.
- Bock, Bettina M. / Pappert, Sandra (2022): Leichte Sprache, Einfache Sprache, verständliche Sprache. Tübingen: Narr.
Universität Basel, Deutsches Seminar
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HS 2023
Korpuspragmatik: Akquise, Aufbereitung und Analyse von Medien- und Webdaten (MA-Forschungsseminar)
Einführung in die Korpuspragmatik, um Sprachgebrauch in Gesellschaft, Kultur und Geschichte zu untersuchen. In eigenen kleinen Forschungsprojekten durchlaufen die Studierenden den ganzen Forschungsprozess: Daten per Crawling aus dem Web oder aus der Mediendatenbank Swissdox akquirieren, mit NLP-Tools aufbereiten, mit CQP und Python analysieren. Im Zentrum stehen korpuspragmatische Klassiker wie Keyness, Kollokationen und Konkordanzen und ihre statistische Modellierung, mit einem Ausblick auf Topic Modeling und Word Embeddings.
Key readings
- Bubenhofer, Noah (2009): Sprachgebrauchsmuster. Korpuslinguistik als Methode der Diskurs- und Kulturanalyse. Berlin/New York: De Gruyter, 43–53.
- Bubenhofer, Noah (2017): Kollokationen, n-Gramme, Mehrworteinheiten. In: Roth, Kersten / Wengeler, Martin / Ziem, Alexander (Hg.): Handbuch Sprache in Politik und Gesellschaft. Berlin/Boston: De Gruyter, 69–93.
- Bubenhofer, Noah (2018): Wenn «Linguistik» in «Korpuslinguistik» bedeutungslos wird. Vier Thesen zur Zukunft der Korpuslinguistik. In: Korpuslinguistik (= OBST 92), 17–30.
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HS 2019
Sprachliche Konstruktion(en) des 20. Jahrhunderts (BA-Seminar)
Einführung in die korpuslinguistische Diskursanalyse. Diskurse werden als kommunikative Netze verstanden, in denen Themen sprachlich konzeptualisiert und so Wirklichkeit konstituiert wird; ihre Analyse muss auch diachron ansetzen. Ein erster Teil reflektiert ausgehend von Foucault und Spitzmüller/Warnke die Grundannahmen, diskutiert Beispielstudien zu 1968 und zu Aids und beleuchtet das Zusammenspiel quantitativer und qualitativer Korpusarbeit. Im zweiten Teil erarbeiten Kleingruppen nach einer Einführung in Keywords, N-Gramme und Kollokationen diachrone Veränderungen ausgewählter Diskursobjekte des 20. Jahrhunderts.
Key readings
- Spitzmüller, Jürgen / Warnke, Ingo H. (2011): Diskurslinguistik. Eine Einführung in Theorien und Methoden der transtextuellen Sprachanalyse. Berlin/Boston: De Gruyter.
- Foucault, Michel (1973): Archäologie des Wissens. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
- Bubenhofer, Noah (2009): Sprachgebrauchsmuster. Korpuslinguistik als Methode der Diskurs- und Kulturanalyse. Berlin/New York: De Gruyter.
Ss. Cyril and Methodius University, Skopje
- 2025/2026 Korpuslinguistik (Gastdozentur, PhD-Workshops)